Erzählcafé

migration und alltag in der ddr

Erzählcafé

Migration und Alltag in der DDR
17:30

Einmal monatlich wird die Cafeteria der Gedenkstätte zu einem Ort lebendiger Geschichts- und Geschichtenerzählung.

Der Termin ist jeweils am ersten Mittwoch des Monats um 17:30 Uhr.

Zeitzeugen und Zeitzeuginnen berichten aus ihrer Biografie, beleuchten dabei Themen wie ‚Kirche in der DDR‘ oder ‚Migration und Alltag‘. Sie kommen ungezwungener Atmosphäre in einer moderierten Runde mit den Cafégästen ins Gespräch. 

Wir laden herzlich ein: zum Zuhören und Nachfragen oder zum Berichten eigener Erlebnisse und Erfahrungen.

7. Oktober: Migration und Alltag in der DDR

Die DDR verstand sich offiziell als antirassistisch, dennoch sah der Alltag meist anders aus. Im Mittelpunkt des Erzählcafés stehen persönliche Perspektiven auf eine oft wenig sichtbare Geschichte: Migration in einem Staat, der sich selbst als internationalistisch verstand, zugleich aber klare politische und gesellschaftliche Grenzen setzte.
In der DDR lebten Vertragsarbeiter:innen aus Ländern wie Vietnam, Mosambik oder Angola sowie ausländische Studierende, die im Rahmen staatlicher Abkommen ins Land kamen. Ihr Aufenthalt war in vieler Hinsicht reglementiert – sozial, beruflich und privat. Kontakte zur Mehrheitsgesellschaft blieben oft begrenzt, ein dauerhaftes Bleiberecht war in der Regel nicht vorgesehen. Zugleich existierte ein offizieller Diskurs, der Rassismus als Problem des „Westens“ darstellte, während Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung im Alltag häufig unsichtbar blieben. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, wie staatliche Institutionen damit umgingen: Wie blickte das Ministerium für Staatssicherheit auf die „ausländischen Werktätigen“, und wie wurde rassistische Gewalt eingeordnet?

 

Foto: Lothar Lange, 1990 (Stadtarchiv Dresden, 17.6.2.1, alle Rechte vorbehalten)

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Interkulturellen Tage Dresden und in In Kooperation mit Volkshochschule Dresden e.V. und Kultur Aktiv e.V. statt.