“Ich bin mir selber fremd geworden”

Frauenzuchthaus Hoheneck, Innenhof

“Ich bin mir selber fremd geworden”

Stimmen aus dem Frauenzuchthaus Hoheneck (DDR)
17:00-19:00

 

Das Frauenzuchthaus Hoheneck ist das Sinnbild politisch verfolgter Frauen in der DDR. Mit drakonischen, menschenrechtswidrige Strafmaßnahmen, unwürdigen Haftbedingungen und Zwangsarbeit in der Textilindustrie versuchte der DDR-Machtapparat hier seine politischen Gegnerinnen zu brechen. Häufigster „Straftatbestand“ war die versuchte oder geplante Republikflucht.

In einem gemeinsamen Projekt präsentieren das Musiktheater Kollektiv „Schatz & Schande“ und das Ensemble „Neue Kammer“ Gedichte, die während der Haft in Hoheneck verfasst und von Komponist Philipp Rücker neu vertont wurden. Dazu wird eine Lichtinstallation entworfen, die die Farblosigkeit, Enge und Monotonie der Haftzeit einfängt: Wie in einem Schwarz-Weiß-Film tunkt das Licht das Ensemble in Grautöne. Die Akteurinnen und Akteure werden durch Lichteinsatz voneinander abgeschnitten. Hin und wieder sieht man ein Gesicht, eine Hand, den Schatten oder die Silhouette einer Gestalt.

Mit diesem Hybrid aus Konzert und Performance wollen die Künstlerinnen und Künstler eine neue Form der Erinnerungskultur wagen, die Gefühl für die Situation der Häftlinge vermittelt, an die Verbrechen der SED-Diktatur erinnert und den inhaftierten Frauen ein Denkmal setzt.

 

Das Projekt wurde unterstützt durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, das Kulturamt der Stadt Leipzig, das Zentrum für Kultur und Geschichte e.V. / Sehnsucht nach Freiheit und die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

 

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Foto: Hoheneck_Innenhof, LASD / Dr. Nancy Aris