„Vermisst in Deutschland“
Mehr als drei Millionen Rotarmisten starben im Zweiten Weltkrieg in deutscher Kriegsgefangenschaft. Sowjetische Kriegsgefangene galten in ihrer Heimat als Verräter oder Kollaborateure.
Nach Kriegsende belastete dieses Stigma auch ihre Familien, die zu Hause hofften und auf Nachrichten oder Gewissheit warteten. Erst seit der Jahrtausendwende und dem Zerfall der Sowjetunion sind die Sterbedaten für sie zugänglich.
Die Autorin und Friedensnobelpreisträgerin Irina Scherbakowa erläutert, warum diese Männer in der Sowjetunion nicht geehrt wurden und zeigt, wie dieses staatlich verordnete Schweigen, Generationen prägte.
Der Historiker Aren Vanyan führte Interviews mit Nachkommen aus Russland, der Ukraine, Kasachstan sowie aus Italien. Daraus sind Kurzfilme entstanden, die Interviews, Zeichnungen und Collagen verbinden und die Geschichten der Angehörigen auf eindrucksvolle Weise sichtbar machen.
Im Anschluss signiert Irina Scherbakowa ihr aktuelles Buch „Der Schlüssel würde noch passen: Moskauer Erinnerungen“.