Wanderausstellung „Jugendstrafvollzug in der DDR“
„Jugendhäuser“ waren Gefängnisse für jugendliche Straftäter in der DDR. Die Ausstellung informiert auf 16 Tafeln anschaulich und allgemeinverständlich über das Geschehen hinter den Gefängnismauern und gibt Einblicke in den Haftalltag der Jugendhäuser in Halle, Hohenleuben, Dessau und Torgau.
Die Haft war durch strikten Tagesablauf, Zwangsarbeit, militärischen Drill und Drangsalierung, aber auch durch Eigensinn der Inhaftierten gekennzeichnet. Machtmissbrauch durch Bedienstete und die oft mit brutaler Gewalt durchgesetzte Häftlingshierarchie konterkarierten den offiziellen Erziehungsanspruch.
Zahlreiche Fotos und schriftliche Zeugnisse damaliger Häftlinge geben sehr persönliche Einblicke in das Leben der jungen Frauen und Männer hinter Stacheldraht und Gittern.
Die Eröffnung der Ausstellung findet im Rahmen der 8. Hermann-Weber-Konferenz zur Historischen Kommunismusforschung statt. Diese steht unter dem Titel "Punitive education. On the relationship between violence, ideology and care in ‘total institutions’ under communist rule" Ab dem 18. April ist die Ausstellung zu unseren Öffnungszeiten zugänglich.
Eine Ausstellung des Zeit-Geschichte(n) e.V. Halle in Kooperation mit Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), Erinnerungsort Torgau/Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“, gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung, den Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Stiftung Sächsische Gedenkstätten.
Foto: Marcus A. Mohr